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Voll Quer!!

Was wirklich in ihnen steckt, zeigten die Volleyballerinnen aus Stendal ausgerechnet im letzten Spiel, getreu dem Sprichwort „Das Beste kommt zum Schluss“.

Die Zuspielerin quer gelegt: Die Mannschaft des Stendaler VV Querschläger um Yolanda Wüthrich (vorne), Andrea Schröder (2), Mandy Schild (10), Kristina Rubach (7) und Pauline Fischer (12), Kapitänin Maria Gutzeit (1), Diana Wichmann (18) und Ellen Kapahnke (8). Foto: privat

Der Sechser des Stendaler VV Querschläger freute sich am Sonnabend nach dem ersten Satz, als 25:20 auf der Anzeigetafel zu lesen war. Allen voran ihr Trainer Ralf Herzog. Für ihn war es „der beste Satz“ der Saison. Immerhin gewannen die Rolandstädterinnen in Durchgang eins gegen den Meister USC Magdeburg III, einem Team das jedes Jahr auf dem ersten Platz steht, gespickt mit Spielerinnen die früher schon in der DDR-Liga am Netz standen, aus der sechstklassigen Landesklasse Nordwest aber nicht aufsteigen wollen.

Jene geballte Erfahrung haben die Frauen aus Stendal nicht zu bieten, Herzog ist dennoch mit seinem Team zufrieden. Die Mannschaft habe ihr „Niveau gehalten“ und platzierte sich wie in der vorigen Spielzeit auf den Rang fünf. Und das war so nicht zu erwarten, denn bei den Querschlägerinnen lief es in der abgelaufenen Runde etwas anders, oder wie es Kapitänin Maria Gutzeit sagt: „Die Saison war ein bisschen komisch.“ Gutzeit weiß das am Besten. Sie übernahm zwischenzeitlich die Funktion der Spielertrainerin, da der Coach aus beruflichen und privaten Gründen seinem Team nicht permanent zur Seite stand. Für die 28-jährige Spielführerin war das kein Problem. „Das Training macht Spaß“, sagt sie.

Die Abwesenheit des eigentlichen Übungsleiters war jedoch nicht die einzige Ungereimtheit in der Spielzeit 2013/2014. Problem Nummer zwei war der Kader: Auf dem Papier des VV stehen 16 Namen, zehn im Optimalfall auf dem Spielberichtsbogen, an den zwölf Spieltagen warten es manchmal nur sechs. So, dass man gerade spielen kann. In Diana Wichmann und Kristina Rubach fehlten verletzungsbedingt zwei Stammkräfte. Aus der Not wurde eine Tugend, Herzog warf die 18-jährige Leonie Moßlehner „ins kalte Wasser“. Nach dem letzten Spieltag sieht der Trainer in dem Nesthäkchen „eine gute Alternative“. Die erfahrene Gutzeit, die unerfahrene Moßlehner und der Rest der Mannschaft hatten immerhin viel Zeit sich auf die Spiele vorzubereiten.

In der Liga mit nur sieben Teams gab es viel Leerlauf. Der vorletzte und der nun letzte Spieltag lagen etwa drei (!) Monate auseinander. Immer nur Training am Mittwoch und Freitag. Da war es laut der Kapitänin schwierig die „Spannung hochzuhalten“. „Dass man immer wieder Spielpausen hat, ist ärgerlich“, erklärt Gutzeit. Sie plädiert dafür, die Landesklasse Nordwest mit einer anderen Staffel zusammenzulegen, um mehrere Partie zu bestreiten. Mehrere Spiele steigern ihrer Ansicht nach die „Motivation“. Dass es die Mannschaft geschafft hat, bei all den Problemen in einer verzehrten sechsten Liga auf Kurs zu bleiben, bedeutet den eigentlichen Erfolg. Die Mannschaft um Gutzeit hatte das Ziel „nicht Letzter zu werden“, auch wenn man aus der untersten Spielklasse gar nicht mehr absteigen kann.

Nach den letzten beiden Partien richtete der Coach nach der gerade beendeten Saison den Blick schon wieder nach vorne. „Wir können nach oben schauen“, wies Herzog den Weg für die kommenden Spielzeit. Das 25:20 gegen die USC-Dritte (die folgenden drei Sätze gingen übrigens verloren) und der 3:0-Sieg gegen das Schlusslicht Magdeburger SV 90 lassen ihn frohlocken nach dem Abschluss einer merkwürdigen Saison 2013/2014.

Stendaler VV Querschläger:

Maria Gutzeit, Katharina Kuhn, Diana Wiechmann, Yolanda Wüthrich, Andrea Schröder, Christina Rubach, Britt Schulz, Leonie Moßlehner, Pauline Fischer, Ellen Kapahnke, Imke Ahlers

Von Benjamin Post AZ 19.03.201

 

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